Thermostatventil – Funktion und Test

Das Thermostatventil – einfache Funktion, aber wirkungsvoll

Noch im zweiten Drittel des vorigen Jahrhunderts – aus heutiger Sicht betrachtet also in grauer Vorzeit – wurden Heizkörper, wenn man ihre Wärme benötigte, mit einem meist schwarzen Griff einfach aufgedreht. War eine weitere Aufheizung nicht länger erwünscht oder der Frühling angebrochen, so drehte man sie wieder zu. Einfach, fürwahr, jedoch nicht sehr komfortabel und noch weniger energiesparend.

Die damals verwendeten robusten, aber simplen Regelventile erlaubten im Grunde nur die Betriebszustände offen oder geschlossen. Dazwischen liegende Einstellungen waren je nach Gefühl zwar möglich, führten jedoch meist ehr zu einem lauwarmen Heizkörper. Befriedigend war das alles nicht, jedoch kannte man lange Zeit nichts anderes.

Das änderte sich in verhältnismäßig kurzer Zeit mit der Erfindung des Heizkörperthermostatventils. Es wird seither anstelle der früheren Regler verbaut und ermöglicht mittels einer Skala die Vorwahl einer gewünschten Raumtemperatur. Danach kann man es getrost sich selbst überlassen, denn das Thermostatventil kümmert sich um alles Weitere: Es hält die Temperatur mehr oder weniger genau dort, wo sie sein sollte.

Eine wahrhaft revolutionäre, wenngleich einfache Technologie, die heute an praktisch keinem Heizkörper mehr wegzudenken ist. Aber wie verrichtet das kleine Wunderwerk seine Arbeit?

So ein Thermostatventil besteht aus zwei Teilen: Dem Ventilkörper, der grundsätzlich wie ein früheres Standardventil arbeitet, und dem Oberteil, dem sogenannten Thermostatkopf. Darin befindet sich eine kleine Patrone, die mit einem Stoff befüllt wurde, welcher sich bei Erwärmung ausdehnt. Sie drückt dabei auf einen Stift oder Stößel am Ventilkörper, wodurch das Ventil geschlossen bzw. der Heißwasserdurchfluss verringert wird.

Kühlt die Umgebungsluft hingegen ab, zieht die Patrone sich wieder zusammen, der Ventilstößel öffnet sich und gibt den Weg für neues, heißes Wasser in den Heizkörper frei. In seiner Wirkungsweise ist dieses System mit einer Bi-Metallfeder vergleichbar, arbeitet jedoch systembedingt genauer. Es leuchtet ein, dass dieses Prinzip Heizkosten spart, da eine konstante Temperatur ein Überheizen von Räumen verhindert.

Inzwischen gibt es diese nützlichen Helfer in vielen Formen und Farben. Sie verfügen über eine Markierung für Zimmertemperatur (21°C) sowie eine Sicherheitsvorrichtungen gegen Einfrieren der Heizung. Letztlich wird damit aber im Grunde nur ein Mensch simuliert, der die Heizung in kurzen Intervallen auf- und zudreht – darauf muss man erst einmal kommen!